?I for kids?: Workshop für Grundschulkinder an der Uni

Am 23. April 2010 startete die n?chste Phase im Programm der Nachwuchsf?rderung an der Fakult?t Wirtschaftsinformatik und Angewandte Informatik der Otto-Friedrich-Universit?t Bamberg: ?I?for?kids? nennt sich das informatische Grundschulangebot. ?hnlich wie im Informatik-Kindergarten arbeiten Grundschulkinder in universit?ren Informatik-Laboren mit professioneller Software, um selbst?ndig – natürlich unter Anleitung – ein eigenes digitales Poster zu gestalten. Dabei werden sie mit der Funktionsweise von Programm, Maus und Computer vertraut und lernen digitale Gestaltungsprinzipien wie den Umgang mit ?Objekten? – sei es ein Foto, ein Stern oder eine freihand gezeichnete Linie – kennen. 

die Poster der Kinder

bebilderte Version des Berichts auf der Website von Sanne Grabisch

Der ?I?for?kids?-Workshop dauert drei Stunden. Zuerst erfahren die Kinder etwas über die Theorie von Pixeln, Bits und Bytes, suchen Pixel auf analogen Fotos und verschieden aufgel?sten digitalen Ausdrucken und spielen selbst Computer beim Ausmalen von Nullen und Einsen – die ausgemalten Fl?chen ergeben dann ein erkennbares Bild. So wird das digitale Prinzip anschaulich erfahrbar.

Im Workshop werden Fotos auf einem digitalen ?Arbeitsblatt“ arrangiert (gedreht, gezoomt, verzerrt…), und durch Gestaltungselemente wie Sterne sowie freihand Gemaltes in allen Farben, Formen und Gr??en zu einem Poster zusammengefügt. Das Ausprobieren und Nachvollziehen der Funktionsm?glichkeiten des Programmes stehen dabei im Vordergrund. Die Kinder haben die M?glichkeit, Werkzeuge nach einer kurzen Erl?uterung selbst?ndig zu entdecken und erschlie?en sich so Zusammenh?nge, die über reines Handlungswissen hinausgehen. Jedes Kind erh?lt als Einstieg in die Arbeit eine digitale Arbeitsvorlage: Neben einem ?digitalen Blatt“ liegen die zur Auswahl bereitgestellten Fotos wie auf einem Arbeitstisch bereit.

Sanne Grabisch berichtet aus der Praxis

Am 23. April 2010 besuchte uns eine Gruppe von Erst- und Zweitkl?sslern der Montessori-Grundschule Bamberg im Rahmen des dort üblichen ?Schule zu Hause?-Tag: Am ?Schule zu Hause?-Tag machen Eltern für Kinder Schule, indem sie ihren Arbeitsplatz zeigen oder Eskursionen unternehmen. Auch haben Bamberger Unternehmen und Institutionen die M?glichkeit, den Kindern ihre Einrichtung vorzustellen. So entstand die Idee, den Kindern die Universit?t Bamberg und den Infomatiklehrstuhl vorzustellen. Dazu bot sich ?I for kids? besonders an. Die Lehrkr?fte nutzen die schulfreie Zeit für die Team-Weiterbildung.

Die teilnehmenden sechs Schüler – darunter ein M?dchen –starteten mit Begeisterung in den Tag und waren merklich beeindruckt von den Erlebnissen – angefangen beim Computerraum im Rechenzentrum über das Wiedererkennen der eigenen Schule auf den Fotos in der Arbeitsvorlage bis hin zu den bislang ungeahnten M?glichkeiten, eine Stern mit mehr als Tausend Zacken zu erzeugen. Mit letzterem schafften sie es mehrfach, Rechner lahm zu legen.

Von den Begrenzungen des ?digitalen Blattes“ lie? sich dabei kaum einer beeindrucken: W?hrend sie die Fotos noch in dessen Rahmen arrangierten, wurden die weiteren Gestaltungselemente einfach darum herum eingesetzt – das Blatt war schlie?lich schon voll. (Besonders deutlich zeigt sich diese Vorgehensweise in Poster 1.)

Aber auch das exessive Ausprobieren und Anwenden von Verzerrungen sprengte schnell die ursprünglichen Blattgrenzen – und was ursprünglich einem DIN-A-4-gro?en Papier entsprochen hatte, weitete sich auf Plakatwandgr??e. Für die Sechs- bis Achtj?hrigen war es schwer nachzuvollziehen, warum man die gro?en Objekte wieder kleinskalieren sollte – dann würde man sie doch gar nicht mehr erkennen k?nnen.

Das Ausprobieren stand deutlich im Vordergrund, sodass die Kinder vielfach auch das bisher gestaltete mit neuen Elementen überdeckten. Nachstehend deshalb ein paar Ausschnitte aus früheren Arbeitsphasen.

Der Workshop wurde seit seiner Einführung immer wieder mit Kindergartenkindern, Grundschülern und F?rderschülern umgersetzt und ist prinzipiell offen für alle Schulformen und Altersstufen. Für die Teilnehmer ist es jedes Mal ein besonderes Highlight, wie richtige Studenten auf Bürostühlen in einem Computer-Pool zu arbeiten.

Informatischer Hintergrund

Das im Workshop verwendete Vektorgraphik-Programm Inkscape ist ein professionelles Werkzeug und kein Kindermalprogramm (welches sicherlich geeigneter ist, wenn es nur darum geht, Kinder am Computer malen zu lassen und so an den Computer heranzuführen – hierfür bietet sich z.B. das OpenSource-Programm Tux Paint an). Als Vertreter der Universit?t haben wir den Anspruch, auch einen kleinen Einblick in die Welt der Informatik zu vermitteln. Wir setzen dabei auf den – m?glicherweise pr?genden – Eindruck, den die Kinder so von einer Universit?t und dem Aufenthalt in einem echten Labor erhalten: Arbeiten wie die Gro?en – und Spa? dabei haben!

Die meisten Kinder haben bereits von kleinauf – meist über ihr famili?res Umfeld – 球探足球比分 mit Computern. Neben kindertauglichen Spielen finden sie oft das Malen am Computer besonders faszinierend. Entsprechend haben wir dieses Interesse genutzt, um im Kontext des bildhaften Gestaltens einige Grundkonzepte der Informationsverarbeitung einzuführen. Bei der Umsetzung gab es keine gestalterischen Regeln, die Kinder konnten ihr Poster ganz nach ihren Vorstellungen (und M?glichkeiten) umsetzen.


Das Projekt wurde von Professor Dr. Ute Schmid und Dipl.-Kulturp?dagogin Sanne Grabisch (Universit?t Bamberg, Fakult?t WIAI) konzipiert und umgesetzt.